Leserbriefe : Ein Schelm, wer Böses dabei denkt

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„Klare Haltung“ vom 13. Juni 2006

Der ARD-Sportkoordinator Hagen Boßdorf soll nach einer Entscheidung der zuständigen Gremien der ARD am 28. Juni 2006 – kurz vor Beginn der Tour de France – als Koautor einer Fernsehdokumentation über Doping im Radsport auftreten. Wenig erheiternd ist der Personalschacher im Vorfeld der geplanten Fernsehdokumentation. Mit geradezu grotesken Begründungen wurde der RBB-Journalist Hajo Seppelt, einer der wenigen in der Behandlung sportpolitischer Themen (Doping, Stasi, Sport und Kommerz etc.) kompetenten ARD-Journalisten von der Mitarbeit ausgespart. Manko des mit einer Reihe von Medienpreisen ausgezeichneten Journalisten: Seppelt kennt sich in der Materie aus, er ist unbequem, besitzt Rückgrat. Zeitgleich mit der „Aussparung“ wurde Seppelt seinen Job als ARD-Fachkommentator Schwimmen los, den er jahrelang mehr als zufriedenstellend (auch kritisch) ausgeübt hatte. Ein Schelm, der dabei an Böses wie Disziplinierung denkt.

Inzwischen hat der ARD-Sportkoordinator Anfang Juni ein Angebot gemacht. Seppelt möge, soll, darf nun doch mitarbeiten. Allerdings hätte der Fernsehautor Boßdorf zuvor den ARD-Koordinator Boßdorf kontaktieren sollen. Der Koordinator hätte dann dem Fernsehautor mitteilen müssen, dass Seppelt leider nicht zur Verfügung steht. Denn Sportkoordinator Boßdorf weiß – hat sogar mitentschieden –, dass Seppelt als Storymacher für ein kleines Fussballturnier eingeteilt wurde, das just und über den Fernsehtermin 28. Juni hinaus bundesweit ausgetragen wird.

Friedrich-Karl Brauns, Berlin-Frohnau

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