Leserbriefe : Eine Perle im Staub

„Senat will kein U-Bahnhof Naturkunde-

museum“ vom 6. November

Man muss annehmen, dass die Senatorin, Frau Junge-Reyer, noch niemals im Naturkundemuseum gewesen ist. Wie könnte sie sonst eine so elegante Hilfe zum Nulltarif für diesen Not leidenden Schatz der Wissenschaft und der Geschichte Berlins ausschlagen? Wie dort unwiederbringliche Fossilien und Präparate unter tropfenden Dächern vergammeln und infolge alter Bauweise und alter Kabel durch einen Brand vernichtet werden könnten, welcher den Schaden des Brandes in der Amalien-Bibliothek in Weimar weit übertreffen würde, ist sogar im Ausland bekannt. Bei einem zufälligen Gespräch in dem hervorragend ausgestatteten Natural History Museum in New York wurde mir neulich gesagt, wir hätten mit unserem Naturkundemuseum ein viel wertvolleres Museum, dessen Schätze aber im Staub gefährdet seien. Wörtliches Zitat war: „ a pearl in the dust".

Eine Senatorin für Stadtentwicklung müsste jeden Strohhalm für die Stadtverbesserung ergreifen. Es ließen sich viele Beispiele in anderen Metropolen nennen, wie Sehenswürdigkeiten und insbesondere wichtige Museen, schon durch Haltestellen- und Bahnhofsnamen angekündigt werden, auch wenn der suchende Tourist 250 Meter zu gehen hat. Ein U-Bahnhof „Naturkunde-Museum" in den Stadtplänen und Netzkarten würde mit Sicherheit Besucher aufmerksam machen und die günstige Anbindung aufzeigen.

Prof. Dr. med. Klaus-Werner Wenzel, Berlin-Zehlendorf

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