Leserbriefe : Einheit und Freiheit

„Aber bitte nicht Preußen … / Berlin will den 18. März zum Demokratie-Gedenktag erklären. Die Länder blocken“

von Albert Funk vom 6. Juli

Ich finde es ausgesprochen schade, dass der Antrag des Landes Berlin, den 18. März zu einem Gedenktag für Demokratie zu erklären, im Bundesrat gescheitert ist. Nach meiner Auffassung bezieht sich der Antrag zu Recht auf den 18. März 1848, dem Tag der Märzrevolution in Berlin. Kaum ein anderer Tag drückt den demokratischen Aufbruch der Revolution von 1848 besser aus. Die Ziele der Revolution waren Einheit und Freiheit – zwei Ziele, die letztlich erst mit der friedlichen Revolution in der DDR von 1989/90 erreicht werden konnten.

Bereits in der Revolutionszeit von 1848 dichtete Ferdinand Freiligrath „Wir sind das Volk“ – das Motto der friedlichen Revolution von 1989/90 gegen die SED-Diktatur. Auch die Revolution in der DDR stand letztlich im Zeichen von Einheit und Freiheit. Hier ist der 18. März ebenfalls ein gutes Symbol: Er markiert den Tag der ersten freien Volkskammerwahl in der DDR am 18. März 1990. Sie ebnete den Weg für die deutsche Wiedervereinigung. Auch wenn der 18. März kein offizieller Gedenktag werden sollte: Immerhin erinnert ein prominenter Ort in Berlin an die demokratischen Traditionen von 1848 und 1989/90. Der Platz vor dem Brandenburger Tor (unmittelbar gegenüber vom Pariser Platz) heißt seit zehn Jahren aus diesem Grunde „Platz des 18. März“.

Martin Lutz, Berlin-Charlottenburg

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