Leserbriefe : Einheitlichkeit ist nicht in jedem Fall gut

„Breite Ablehnung von Schavans

Bildungsoffensive“ vom 30. Juli

Für die Hochschule also Bologna-Prozess und europäischen Hochschulraum und für die allgemeinbildenden Schulen Kleinstaaterei. Ist eigentlich schon jemandem aufgefallen, dass das irgendwie wiedersprüchlich ist? Es scheint den Lokalmatadoren wohl nicht so sehr um die Sache selbst zu gehen sondern um das Beharren auf liebgewordenen Privilegien. Dazu malen Sie uns Schreckgespenster von sozialistischen Einheitsschulbüchern an die Wand. Die hat aber gar keiner gewollt. Was wir venünftigerweise haben sollten, wären bundeseinheitliche Lehrpläne einerseits und miteinander konkurrierende Lehrbuchverlage um die dafür bestgeeignetsten Bücher andererseits.

Dr. Thomas Lehmann, Berlin-Dahlem

Wie engstirnig, unwissend und borniert müssen die Politiker und Elternvertreter sein, die den Schavan-Vorschlag ablehnen? So viel mangelnde Einsicht und Unverständnis für die Bedeutung dieser Reform zeigt doch, dass diese Kritiker für ihre Posten völlig ungeeignet sind und schnellstens zurücktreten sollten! Die Leistungsfähigkeit einer Schule und damit auch der einzelnen Bundesländer ist abhängig von der Unterrichtsgestaltung, der Schulleitung und der Lehrer vor Ort und nicht von den Vorgaben einer Behörde oder den Schulbüchern.

Christa F. Krüger, Berlin-Friedenau

Zum Interview mit Annette Schavan

vom 29. Juli 2007

Die Darstellung der Ministerin ist geradezu absurd: „Wo es einheitliche Bildungsstandards gibt, kann ein Schulbuch zur Grundlage von verschiedenen Lehrplänen werden.“ Es sind immer noch die Landesregierungen, die auf der Grundlage der KMK-Standards die Lehrpläne festlegen. Diese Lehrpläne sind dann die Basis für die Schulbücher und keineswegs umgekehrt. Und genau so sollte es auch bleiben.

Helmut Kleebank, Berlin-Gatow

Da wird mit der Föderalismusreform der Bund im Kompromissgerangel erst zum Hampelmännchen degradiert; und jetzt wirft sich die Bundesforschungsministerin zur Hüterin elterlicher Mobilitätschancen auf mit der Forderung nach dem bundeseinheitlichen Schulbuch: Steht gerade die Nominierung für den Orden wider den tierischen Ernst an?

Karsten Unger, Berlin-Heiligensee

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