Leserbriefe : Emotionslosigkeit

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Betrifft: „Die verhöhnten Opfer" im Tagesspiegel vom 21. August 2002

Verhöhnung der Opfer, genauso empfinde ich auch den durch Frau Maischberger ermöglichten bundesweiten Auftritt von Frau Riefenstahl. Hundert Jahre werden zu können, mag als Gnade oder als Strafe erlebt werden - ein „Verdienst" ist es nicht.

Wie auch immer man Frau Riefenstahl als Künstlerin bewertet, die Berechtigung medialer Aufmerksamkeit und so öffentliche Anerkennung zu erfahren, hat sie ein für allemal dadurch verspielt, dass sie sich bedingungslos einem verbrecherischen Regime angedient hat und bis heute unerträglich verlogen ihre damalige Rolle möglichst als Zwangslage darzustellen versucht.

Es ist mehr als bedauerlich, dass Frau Maischberger sich im Gespräch mit Frau Riefenstahl nicht umfassend informiert zeigte in einer mir unverständlichen Emotionslosigkeit. Das war eine Verhöhnung der Opfer.

Susanne Thaler, Berlin-Dahlem

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