Leserbriefe : Erdkunde ist wichtig fürs Leben

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„Weniger Musik und Erdkunde wegen Ethik“ vom 28. April 2006

Die Kürzung der Erdkunde innerhalb der Stundentafel lässt bei den Administratoren Weitblick vermissen. Die Erdkunde vermittelt ungleich wichtigere Schlüsselqualifikationen für den Erwerb von Zukunftsfähigkeit als es das Fach Ethik leisten kann – diese reichen beispielsweise vom globalen Denken bis hin zum Verständnis kultureller und religiöser Diversität. Und wenn die Verwaltung zwar „Überschneidungen“ zwischen beiden Fächern einräumt, dies allerdings ohne Konsequenzen bleibt, spricht es gegen die Kürzung der Erdkunde, denn sie vermittelt anhand regionaler und globaler Beispiele viel sach- und situationsgerechter Verantwortungsethik sowie Selbstverantwortung als das Fach Ethik: nämlich Verhaltensdispositionen, die notwendig sind, wenn der Staat Verantwortung reprivatisiert, an den Einzelnen zurückgibt.

Dieter Gross, Berlin-Zehlendorf

Aus ideologischen Gründen, nämlich zwecks Zurückdrängung der christlichen Religion und Ethik und zur Rettung der in Berlin gescheiterten Multikultipolitik soll das neue Fach Ethik eingeführt werden. Dieses Fach ist weder länger an Berliner Schulen erprobt, noch gibt es dafür an der Universität ausgebildete Lehrkräfte. Das Curriculum erscheint aus denen von Sozialkunde, Geschichte und Erdkunde zusammengestoppelt. Damit dieses Fach etabliert werden kann, wird das für die Allgemeinbildung sehr wichtige Fach Erdkunde praktisch beseitigt. Denn die Reduzierung der Erdkunde auf nur eine Wochenstunde in den Klassen 7–10 bedeutet auch ohne die Unterrichtsausfall-Realität die vierjährige Minimierung von erdkundlichen Lernerfolgen. Wozu also noch Erdkundekurse in der Oberstufe? Die Sinnlosigkeit von einstündigem Fachunterricht hat selbst die Schulverwaltung Anfang der 90er Jahre zugeben müssen, als sie mit dem damaligen Versuch, Erdkunde aus der Mittelstufe zu verbannen, an den Eltern gescheitert ist, die nämlich Erdkunde als Schulfach für unverzichtbar halten. Hoffentlich werden die Eltern dem Schulsenator auch jetzt wieder die Rote Karte zeigen. Auf Fachleute hören diese Politiker schon lange nicht mehr!

Roland Wieckert, Berlin-Hermsdorf

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