Leserbriefe : ERHÖHUNG DER KITA-GEBÜHREN Da hilft nur eisernes Sparen

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Betrifft: „Tagesmütter – attraktiv und preiswert“ vom 4. September 2003

Ich bin 75 Jahre alt, also ein nicht mehr unmittelbar Betroffener, der aber dennoch seine Erfahrungen mit der Erziehung von Kindern und Enkeln hat und der selbst in einem Arbeiterhaushalt mit vier Geschwistern groß geworden ist.

Wenn ich mein Unverständnis über die derzeit laufende Diskussion begründen soll, so hat das folgende Gründe: Wie aus meinem Alter zu ersehen ist, mussten meine Frau und ich unsere Kinder in einer Zeit großziehen, als es noch kein Kindergeld gab, wir erhielten auch keine Unterstützung durch CarePakete oder Zuschüsse zu Fahrten in Schullandheime, obwohl ich in den ersten Jahren noch in der Ausbildung (Studium) war. Da half nur eins: eisernes Sparen!

Doch unabhängig von den Entbehrungen, die wir uns und unseren Kindern auferlegten, versuchten wir auch unseren Kindern beizubringen, dass man nicht nur fordern kann, sondern dass zum Erreichen eines Zieles auch eine Eigenleistung erforderlich ist.

Ein völlig anderer Gesichtspunkt ist die Notwendigkeit, Kleinstkinder in Krippen unterzubringen. Sicher mag es diese oder jene Situation geben, wo es nicht zu umgehen ist! Wissen aber wirklich alle, die davon Gebrauch machen, was sie damit verlieren? Gerade in den ersten Jahren machen uns diese Wesen die Freude, die wir später vielleicht nie wieder erleben werden. Sollte es nicht eher die Herzenssache der eigenen Mutter (oder des Vaters) sein, sich nicht nur nach Feierabend für einige wenige Minuten mit seinem Kind zu beschäftigen?

Horst Retzlaff, Berlin-Staaken

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