Leserbriefe : Erst denken, dann handeln

„Zöllner lockert Pflicht zur Früheinschulung / Bildungssenator rückt bei Spätentwicklern von umstrittener Reform ab. An Ganztagsgrundschulen wird das Mittagessen verbindlich“ von Susanne Vieth-Entus vom 26. August

Endlich ändert sich etwas. Die Pflicht zur Früheinschulung soll zurückgenommen werden und Rückstellungen auf Antrag wieder möglich werden. Schön für diejenigen, die davon profitieren werden. Schlecht für die Kinder, die in den vergangenen Jahren mal wieder Versuchskaninchen der Berliner Bildungspolitik spielen durften. Unser Sohn musste 2007 mit fünf Jahren eingeschult werden und ich kann mich noch sehr gut an die Worte der Ärztin im Gesundheitsamt erinnern: Wenn ich nicht müsste, dann würde ich das Kind nicht einschulen. Ein Jahr länger spielen würde ihm gut tun. Aber leider wird in der Senatsverwaltung für Bildung erst gehandelt und dann nachgedacht. Vielleicht wäre es doch sinnvoller gewesen, sich genauer mit der Umsetzung der Früheinschulung in anderen Ländern zu beschäftigen und sich zu fragen, ob die Erfahrungswerte überhaupt umsetzbar sind im Land Berlin. So haben wieder hunderte von Kindern einen schwierigen Start in ihre „Schulkarriere“ erleben müssen und ausbaden muss es bestimmt nicht die Senatsverwaltung für Bildung. Hoffentlich hat man dort vor der geplanten Einführung der Sekundarschulen etwas mehr nachgedacht. Aber wenn der Einführungstermin passend gemacht wird für den Wahltermin ahnt man schon wo das enden wird.

Britta Sommer, Berlin-Friedenau

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