Leserbriefe : Erziehung ist in erster Linie Elternpflicht

-

„Viele Kinder gehen ohne Frühstück in die Schule“ vom 24. Dezember

In den Umfragen wurde ermittelt, dass neben Kindern von zwei berufstätigen Eltern vor allem auch Kinder von Hartz-IV-Empfängern häufig ohne Frühstück in die Schule kommen. Dass berufstätige Eltern vor den Kindern aus dem Haus gehen, ist nicht zu vermeiden, aber haben Sie die anderen Eltern gefragt, ob sie vielleicht gar nicht aufstehen, um ihren Kindern ein Frühstück zu bereiten? Vollkornbrot mit Butter, Obst und Milch ist meiner Erfahrung nach selbst für vier Kinder für den Preis einer Schachtel Zigaretten , die viele täglich konsumieren, zu erstellen. Sicher sind viele Eltern heute überfordert – oder verlieren sie nur das Gefühl für das Wesentliche: Unsere Kinder in Geborgenheit und Zuneigung aufzuziehen? Der Ruf nach dem Staat, der für Frühstück sorgen soll, kostet dann wieder mindestens ein Schwimmbad oder Lehrerstellen. Machen wir doch, was wir als Bürger können, einmal selbst!

Inge Hinrichs, Berlin-Lichterfelde

Besonders Kinder schlechtverdienender Eltern gehen morgens ohne Frühstück los! Die Vorsitzende des Bundeselternrates, Frau Ziegon, glaubt, dass diese Eltern bereits schon zur Arbeit sind, wenn sich die Kinder auf den Weg machen. Denkt sie, dass gut Verdienende nicht früh losmüssen? Wie viele Eltern mit geringem Einkommen gehen tatsächlich früh arbeiten? Wie viele stehen vielleicht morgens nicht auf sondern lassen ihre Kinder alleine und ungefrühstückt zur Schule? Es ist nicht nur eine Frage des Einkommens, sondern auch – und dies besonders – eine Frage der Erziehungsbereitschaft und-fähigkeit! Viele Kinder aus sozial schwachen Familien bekommen auch kein warmes Mittagessen, sehen zu viel, zu spät und nicht altersgerecht fern, spielen stundenlang am PC und gehen zu spät ins Bett!

Der Ruf nach mehr Staat (Schulfrühstück) führt hier nicht weiter, denn dann bliebe konsequenterweise nur übrig, diese Kinder in Internaten oder Heimen unterzubringen. Das kann nicht die Lösung sein! Wichtig ist, die Eltern an ihre Pflichten den Kindern gegenüber zu erinnern, Hilfen anzubieten und notfalls auch Druck auszuüben! Es geht auch darum, Kinder erfahren zu lassen, dass Erziehung in erster Linie Elternpflicht aber auch -freude ist, denn woher sollen sie sonst wissen, was sie zu tun haben, wenn sie selbst einmal Eltern sind?

Andreas Jahn, Berlin-Friedenau

Auf der ersten Seite der Weihnachtsausgabe sehe ich mal wieder einen Titel mit der Botschaft: „Viele Kinder gehen ohne Frühstück in die Schule – vor allem ärmere Familien betroffen“.

Das mag ja ein Resultat einer oder vieler Erhebungen sein, aber die Ursachen sehe ich völlig anders als z.B. die Vorsitzende des Bundeselternrates, welche unter anderem „warnt“, das Problem dürfe man nicht bei den Eltern abladen …“ Ich frage: Ja, wo denn sonst?

Man sollte die Eltern einmal wieder an ihre Verantwortung für ihre Kinder erinnern! Die Denkweise einiger Eltern heutzutage ist es, die die Kinder manchmal so elendiglich verkümmern lässt! Nicht der Geldmangel. Es ist uns noch nie so gut gegangen, in allen Schichten. Wir haben noch nie so viel zu essen gehabt wie heute. Auch arme Leute können sich heutzutage genug zu essen kaufen. Ich weiß, wovon ich rede: Wir hatten als Kriegskinder Hunger kennengelernt – wenn unsere Mütter so gedacht hätten wie anscheinend eine ganze Menge der heutigen, dann hätte keines von uns Kindern den Krieg überlebt. Ich habe auch in den Jahren, als unsere Kinder klein waren, ganz knappes Rechnen mit dem Wirtschaftsgeld lernen müssen! Aber gehungert hat keiner.

Inge Boskamp, Berlin-Reinickendorf

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben