Leserbriefe : Es fährt ein Zug nach nirgendwo

Zur Berichterstattung zum Streik bei der Deutschen Bahn

Natürlich braucht jedes Unternehmen, ob privat oder staatlich, Frieden; aber der setzt Gerechtigkeit voraus! Ist es gerecht, dass sich die Manager ihre Bezüge seit 1994 um 300 Prozent erhöht haben?! „Unsere (Manager-)Bezüge waren in Europa im unteren Bereich“, so oder so ähnlich sagt es Mehdorn immer wieder. Nun, die Bezüge der Lokführer wie des übrigen Personals sind nach wie vor im unteren Bereich, Lokführer in anderen Ländern verdienen das Doppelte und mehr! Von daher kann man, muss man sogar den „Unfrieden“ Mehdorn zur Last legen; er ist es, der nicht nachgibt, weil er niedrige Kosten und damit „gute Zahlen“ für sein Baby „Privatisierung“ braucht. Wenn es hier um Eitelkeiten geht (und um viel Geld!), dann um die Mehdorns & Co.

Tim Karsten, Berlin-Moabit

Dass die Lokführergewerkschaft auf das Bahnangebot einer Arbeitsplatzbewertung nicht eingeht, ist mir unverständlich. Aber augenscheinlich wollen das die Bosse der Gewerkschaft nicht, sie wollen sich nur ein Denkmal setzen, zum Nachteil aller Bahnbenutzer. Darüber hinaus erscheint mir eine Arbeitsplatzbewertung aller Arbeiten in Deutschland als Ausgangspunkt für eine gerechte zukünftige Lohnfindung verbunden mit einem Bonussystem als erstrebenswert. Das bisherige Verfahren der Streikdrohungen und -durchführungen der verschiedenen Gewerkschaften hat uns nicht nur ein hohes Preisniveau in Deutschland geschaffen, was uns im Rahmen der Globalisierung große Probleme schafft, sondern es hat auch zu enormen Lohnunterschieden geführt, so dass man jetzt sogar an die Festlegung von Mindestlöhnen denken muss, damit die Menschen in Deutschland auch von ihren Verdiensten ein menschenwürdiges Leben führen können.

Jürgen Schulz, Buchholz

Die Bahn hatte einen Streikfahrplan. Toll! Vielleicht hätte sie den auch bekannt geben sollen! Nach sorgfältiger Internetrecherche stand ich am Bahnhof Falkensee, um zu hören, dass der recherchierte Zug ausfällt. Immerhin gab es am Nachmittag in Richtung Berlin noch Ersatzverkehr. Am Abend sah das dann anders aus. Über Anzeigetafel und Hotline fühlte ich mich informiert. Leider waren es Geisterzüge, denn tatsächlich gab es keine Verbindung mehr. Das wurde mir auch durch den Bahnmitarbeiter bestätigt, während die parallel befragte Hotline noch Geisterzüge verkündet und auflegt. Ab 23 Uhr führten alle Wege nach Falkensee nur noch über BVG-Busse oder Taxi. Über 12 Stunden nach Beendigung des Streikchens ist das keine „Streikbedingte Einschränkung“, sondern fehlendes Management und mangelnde Kundenorientierung: eine Frechheit und Ohrfeige für zahlende Kunden!

Jörg Horz, Falkensee

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