Leserbriefe : Es gibt keinen Schutz gegen Terror

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„Angriff auf London“ vom 8. Juli 2005

Die konzentrierten Terrorangriffe in London zeigen, in unserer hoch technisierten Welt ist niemand mehr sicher. Den absoluten Schutz gibt es nicht. Es macht aber wenig Sinn, sich diesem Schicksal ohne wirkungsvolle Prävention zu ergeben. Schaut man sich aber die Sicherheitsmaßnahmen in den öffentlichen Nahverkehrsmitteln Berlins an, so kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass aus früheren Anschlägen in der westlichen Welt nicht die notwendigen Rückschlüsse gezogen worden sind. Aufsichtspersonal und Zugangskontrollen auf U und S-Bahnhöfen wurden und werden weiter abgebaut. Die Videoüberwachung dort hat noch längst nicht überall die umfassende Qualität, wie sie notwendig wäre, um zumindest nach Anschlägen schnell Täterhinweise zu erhalten.

Werner Thronicker,

Berlin-Lichterfelde

„Missbrauchter Glaube“ vom 8. Juli 2005

Wer profitiert von dem Anschlag? Auf dem G-8-Treffen sollte dieses Mal vorrangig das Problem der Überschuldung Afrikas und des Klimawandels besprochen werden. Medienwirksame Maßnahmen wie die Live-8-Konzerte setzten die beteiligten Politiker unter einen Entscheidungsdruck, mehr als nur symbolische Handlungen vorzunehmen. Dies konnte doch auch den Islamisten nur recht sein. Erstmalig stand der Terrorismus nicht auf der Agenda. George W. Bushs Administration ist gegen eine weitgehende Entschuldung Afrikas und gegen verbindliche Klimaschutzabkommen. Da kommt die Rückkehr des Terrorismus in den Fokus der Öffentlichkeit bei gleichzeitiger Verdrängung der vorgenannten Themen gerade recht. Daher darf die Frage erlaubt sein: Wer sind die Drahtzieher hinter Al Qaida?

Alexander Marschall,

Berlin-Wilmersdorf

„Kliniken könnten schnell 800 Verletzte versorgen“ vom 8. Juli 2005

Man liest es mit Staunen: Schnell und problemlos, bundesweit einmalig – so kann man laut Senatsgesundheitsverwaltung in Berlin 800 Verletzte binnen zwei Stunden versorgen – mittelfristig sogar 10000. Wie das, wenn an der Charité 223 Millionen Euro eingespart werden sollen und heute schon Arbeitsstellen in der Patientenversorgung unbesetzt bleiben! Was soll die Aufzählung von 750 Transportmöglichkeiten, wenn es heute schon an gut ausgebildeten Ärzten und Pflegepersonal in den Kliniken wegen der vom Senat und den Kassen verordneten Sparmaßnahmen mangelt?

Phrasen retten keine Menschenleben. Senat und Kassen müssen endlich aufhören, am Kranken zu sparen. Die Charité kann nicht 223 Millionen Euro einsparen. Es geht um Menschenleben.

Dr. med. A. Wiegand,

Berlin-Hansaviertel

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