Leserbriefe : Es gibt Mittel, Schulden loszuwerden

Zur höheren Neuverschuldung des Bundes

Es kommt, wie es kommen musste. Jeder an der Wirtschaft Interessierte weiß, dass die Konjunktur in Zyklen von drei bis fünf Jahren verläuft, das heißt, dass der nächste Aufschwung etwa 2010/2011 gekommen wäre. Wenn schon in Zeiten sprudelnder Steuereinnahmen wie 2007 und 2008 weiter neue Schulden angehäuft wurden, wie hätte der Bundeshaushalt in Jahren des Abschwunges ausgeglichen werden sollen? Diese Annahme war eine Illusion.

Nun hat die Regierung mit der Finanzkrise ein Argument in die Hand bekommen, um die Neuverschuldung wieder zu erhöhen und das Erreichen eines ausgeglichenen Haushaltes auf das Jahr 2013 zu verschieben.

Wenn es heißt, wir leben bei einer weiteren Verschuldung auf Kosten unserer Kinder und Enkel, so ist dies eine Verharmlosung der Situation. Bund, Länder und Gemeinden haben inzwischen 1600 Milliarden Schulden angehäuft. Angenommen, jedes Jahr würden zehn Milliarden Schulden zurückgezahlt, wovon wir weit entfernt sind, würde es 160 Jahre dauern, bis alle Schulden getilgt sind. Glaubt jemand ernsthaft, dass unsere Nachfahren bis etwa ins Jahr 2170 dafür bezahlen werden, dass wir heute über unsere Verhältnisse leben?

Jede Milliarde neue Schulden bedeutet bei günstigen vier Prozent Zinsen 40 Millionen Euro zusätzliche Zinszahlungen, bei derzeit über 42 Milliarden Zinsen jährlich. Diese Milliarden fehlen zur Gestaltung der Zukunft unseres Landes.

Wie wird der Staat anderweitig seine Schulden los, der Bürger aber auch sein Erspartes? Im vorigen Jahrhundert haben es die Deutschen zweimal erlebt: Mit der Inflation und bei der Währungsreform. Bei der Währungsreform z. B. war der Währungsschnitt etwa 64:1.

Dieser Beitrag soll niemandem Angst machen, sondern dazu anregen, dass wir alle umdenken müssen, je früher, desto besser. Leider hat es den Anschein, dass unsere Regierenden nur von Wahlperiode zu Wahlperiode denken und entsprechend handeln.

Prof. Rudolf Janzen,

Berlin-Siemensstadt

Die Bundesregierung macht plötzlich ungeniert weiter neue Schulden. Tilgen müssen sie die kommenden Generationen. Warum hört man dazu eigentlich nichts von den jüngeren Abgeordneten in den Fraktionen von Union und SPD? Die müssten doch genau wie wir jungen Normalbürger ein Interesse daran haben, weitere Schulden zu vermeiden.

Anke Brunner, Berlin-Friedenau

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