Leserbriefe : Es ist Fremdenhass, nicht Islamophobie

„Der neue Hass / Was der Umgang mit der umgebrachten Muslimin in Dresden lehrt“ von Andrea Dernbach vom 8. Juli

Zunehmende Rechtsradikalität in der Bevölkerung und damit einhergehende Fremdenfeindlichkeit sind leider in den neuen Bundesländern nichts neues und schlagen sich nicht nur in Hetzjagden auf Migranten, sondern inzwischen auch in Wahlergebnissen nieder. In dieser Hinsicht ist der Mord an der ägyptischen Muslima in Dresden (so perfide er auch sein mag) durch einen rechtsradikal denkenden Menschen leider kein Einzelfall.

Aus dieser Tat allerdings sofort eine allgemeine Islamophobie abzuleiten und nicht nur Fremdenfeindlichkeit, ist zu weit hergeholt. Dass der Täter seinen offensichtlichen Fremdenhass mit den Worten „Terroristin“ geäußert hat, lässt nicht automatisch auf Islamophobie schließen. Wäre das Opfer zufällig z. B. Inder gewesen, hätte die Schmähung vermutlich „Kanake“ oder ähnlich gelautet, aber das Ergebnis hätte leider genauso ausgesehen.

Jenny Wieland, Berlin-Moabit

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