Leserbriefe : Es wird nicht besser

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Betrifft: „Kriegt Schröder noch die Kurve?“ und „Zweifeln Sie gelegentlich, Herr Scholz?“ vom 16. November 2003

Vorsorglich sei darauf hingewiesen, dass die Rentner in Zukunft nie mehr weder von einem Konjunkturaufschwung noch in ihrer Gesamtheit von Steuererleichterungen oder Steuerreformen profitieren werden. Ersteres deshalb nicht, weil ihre Renten a.) beständig in größerem Ausmaß abgesenkt werden, gleichgültig, ob es für die arbeitende Bevölkerung geringere oder kräftigere Lohnerhöhungen gibt, und b.) weil es bei einem Aufschwung der Konjunktur auch zu einer merklichen Inflation kommen dürfte, die zusätzlich an den Renten zehrt.

Steuererleichterungen und reformen verbessern nur die Lage der gut betuchten Rentner, die entgegen einer häufig geäußerten Meinung ohnehin in der Minderzahl sind. Die Übrigen fallen mit ihren Renten unter das steuerliche Existenzminimum. Hinzu kommen auch noch die ständig steigenden Krankheitskosten. Da Rentner ihre finanzielle Situation selten auf eine andere Weise als durch ihre Rente verbessern können und die Regierung dazu auch keine Hilfestellung gibt, wage ich keine Prognose darüber, wie ihr zukünftiges Wahlverhalten ausfallen wird und was die diesbezüglichen Auswirkungen sein werden. Hilfreich und vertrauensbildend wäre in dieser beklemmenden Situation vielleicht, wenn die Politiker endlich an die längst überfällige Reform ihrer eigenen Altersversorgung gehen würden.

Christian Schädlich, Berlin-Lichterfelde

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