Leserbriefe : Eva ist auch ein Adam

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„Mensch Mann“ von Walter Hollstein,

Meinungsseite vom 26. November

Was will uns dieser Artikel sagen ? Habt Mitleid mit den Männern ? Der

Feminismus ist Schuld an Amokläufern und der geringeren Lebenserwartung von Männern ?

Dieses unsägliche Klagelied eines unverstandenen Mannes hilft leider weder dem männlichen noch dem weiblichen Leser. Was wäre denn so schlimm daran, wenn sich die kleinen Jungs von heute ihre starken Mütter zum Vorbild nähmen? Vielleicht wäre das sogar der richtige Weg für die Männer, um aus dem vom Autor geschilderten und hinreichend bekannten Dilemma der Männer herauszukommen. Denn letztlich braucht die Gesellschaft starke Persönlichkeiten, die mit beiden Beinen im Leben stehen , egal welchen Geschlechtes. Dass die Lebenserwartung von Frauen über der der Männer liegt , ist schon seit Adam und Eva so und hat nun so gar nichts mit der Rollenverteilung zu tun. Ebenso wie die höhere Kriminalitätsrate, deren Ursache von vielen verschiedenen Wissenschaftlern mit vielen verschiedenen Ergebnissen untersucht wurde.

Die Tatsache, dass die Frauen auf einmal verstärkt auf der Karriereleiter angetroffen werden und die Zahl der Mädchen auf dem Gymnasium die Zahl der Jungen übersteigt, liegt schlicht und einfach daran, dass im 21. Jahrhundert endlich die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen dafür vorhanden sind. Es gibt keine Eltern mehr, die denken, meine Tochter braucht kein Abitur, die heiratet sowieso mal. Und es gibt endlich fast genug Kindergartenplätze und die gesellschaftliche Anerkennung einer berufstätigen Frau.

Dumm gelaufen, dass sich dabei nun herausstellt, dass wir Frauen sehr viel mehr schaffen, wenn man uns nur lässt!

Also Männer, schaut euch was ab und lasst uns alle gemeinsam an einem Strang ziehen. Dann wird die nächste oder spätestens übernächste Generation kein Institut für Geschlechterforschung mehr brauchen.

Sabine Voigt, Berlin-Mariendorf

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