Leserbriefe : Fach Religion muss jeden Glauben schulen

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„Religion muss ordentliches Fach sein“ vom 15. Juli 2004

Noch immer lässt unser moderner, angeblich säkularer Staat seine Schulen für die Verbreitung religiöser Propaganda benutzen. Dabei sollte gerade hier der Staat seinem Bildungsauftrag nachkommen und seinen Bürgern die religiösen Traditionen nicht nur der Mehrheiten und Minderheiten im eigenen Land ideologiefrei vermitteln, sondern auch das gesamte religiöskulturhistorische Erbe nahe bringen. Ist nicht gerade in diesem Bereich eine breite Wissensbasis unerlässlich, um das Staatsziel Mündigkeit und Selbstbestimmung zu erreichen?

Noch immer gehen unsere Kinder in die Schule und haben entweder Unterricht nur im Islam, nur im Katholizismus, nur im Protestantismus etc. Der einzige Lichtblick ist der Lebenskundeunterricht. Aber auch er kommt nicht vom Staat, sondern von einem privaten Träger. Sofern die Kinder also nicht zum Lebenskundeunterricht geschickt werden, so wird ihnen mit dem Segen des Staates (!) eine lebens- und wertephilosophische Brille anerzogen, die der Staatsphilosophie diametral entgegengesetzt sein kann. Ein überkonfessionelles Pflichtfach „Religion“ würde dem Auftrag des Staates zur Erziehung mündiger Bürger gerecht werden.

Verlaine Glass-Kehrer, Berlin-Charlottenburg

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