Leserbriefe : Fassbinder ließ Schygulla fallen

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„Das Flirten hat sich verloren“

vom 13. Februar 2005

Dank für Ihr bewegendes Interview mit Hanna Schygulla. Das „Strapsfoto“, das Frau Schygulla nicht mochte, stammt tatsächlich nicht aus dem Film „Maria Braun“. Fassbinder hatte wieder mal den Standfotografen vom Set gejagt. Mangels Filmfotos haben „Stern“Fotografen in einer 2-Tage-Session wunderbare Fotos von ihr gemacht, die „Maria Braun“ den Weg zum weltweiten Erfolg ebneten, besonders dieses. Der „Stern“ brachte es zur Uraufführung auf der Berlinale 1979 als Titel, als Auftakt des Filmromans nach „Maria Braun“, für den ich Gerhard Zwerenz als Autor gewonnen hatte. Vielleicht hätte sie eine Weltkarriere gemacht mit einem Oskar für „Maria Braun“. Aber den verhinderte eine deutsche Kommission, die Geißendörfers „Zelle“ für den Oskar vorschlug statt „Maria Braun“.

Und als ich mit Fassbinder das Remake vom „Blauen Engel“ vorbereitete, besetzte er die „Lola“ mit Barbara Sukowa. „Hanna“ hatte sich in „Vogue“ als Vamp vorgestellt, das missfiel ihm. Und als wir „Rosa Luxemburg“ besetzen wollten, rief er Jane Fonda an in Hollywood, nicht mehr „seine“ Hanna Schygulla. Großartig, wie sie dann als Sängerin eine neue, große Karriere aufbaute. Wir hoffen nun auf neue Filmrollen!

Hanns Eckelkamp, Atlas-Film, Coproduzent von „Die Ehe der Maria Braun“, „Lola“ und der (wegen Fassbinders Tod) nicht mehr gedrehten „Rosa Luxemburg“

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