Leserbriefe : Flick geht es um den guten Namen

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„Schröder heißt Flick willkommen“ vom 22. September 2004

Der Bundeskanzler hat sich entschlossen, eine Rede zur Eröffnung der FlickAusstellung zu halten und damit diesem fragwürdigen Projekt die Weihen der Regierung zu verleihen. Ich finde dies überflüssig und empörend.

Nicht ohne Grund gibt es seit der Bekanntgabe der Pläne, die Sammlung des Herrn Flick in Berlin zu präsentieren, Proteste – gegen das schwammige Verhalten von Herrn Flick in der Auseinandersetzung um seine Familiengeschichte, gegen den Missbrauch von „neutraler“ Kunst zur Aufhübschung eines Familiennamens, der untrennbar mit dem Nationalsozialismus verbunden ist.

Hier geht es nicht um die Kunst, sondern darum, einer Person mit allen öffentlichen und politischen Mitteln die Rehabilitierung ihres Namens zu erlauben. Herr Flick und die Unterstützer dieser Veranstaltung betonen, er sei doch nicht schuld gewesen an den Taten seines Großvaters. Das ist zweifellos richtig, aber banal – denn er hat eine Verantwortung für die Geschichte seiner Familie, und das nicht nur, weil er Erbe eines Vermögens ist, das seinen Ursprung in einer brutalen Mesalliance mit dem deutschen Faschismus hat.

Sieglinde Tuschy, Berlin-Schöneberg

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