Leserbriefe : Fliegen statt shoppen

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Berichterstattung zu Tempelhof

Die Befürworter und Betreiber von BBI (= Schließung von Tempelhof) behaupten ohne Begründung, dass die Offenhaltung von Tempelhof den Ausbau von BBI gefährden würde. Sie wissen, dass Reisende, hätten sie die Wahl zwischen BBI und Tempelhof, zu 80 Prozent Tempelhof vorziehen würden.

Reisende sind es satt, dass die Anreise zu einem Flughafen so lang oder länger dauert als der Flug selbst, dass die Anreise mit einem Taxi mehr als der Flug von Berlin nach Palermo kosten kann. Vor allem: Wir wollen als Flieger und nicht als Konsument behandelt werden.

Vor einigen Wochen sagte der Berliner Flughafenchef Schwarz selbstbewußt im Tagesspiegel: das Thema sei ,Fliegen und Shoppen’: Viele Flughäfen verdienen mehr an den Mieten als an den Start- und Landegebühren. ,Shopping Mall mit Startbahn’.

Abfliegende Passagiere, meist mit Handgepäck, mit über dem Arm gehängten Mantel, Ausweis in einer und Ticket in der anderen Hand, möglichst aber mit lockerer Kredit- bzw. Debitkarte in der Tasche, sollen ohne Kofferkuli und bei häufig defekten Rollbändern Kilometer lang an Luxusläden vorbeigeführt werden. Und weil die Investoren von BBI wissen, dass wir immer die Flughäfen vorziehen würden, die leichter, schneller und billiger zu erreichen sind und kurze Wege vom Zubringer bis zum Sitz in der Maschine bieten, behaupten sie, dass die Offenhaltung von Tempelhof und/oder Tegel den Betrieb von BBI gefährden würde. Sie haben recht – aber: wir wollen fliegen und nicht unbedingt shoppen. Bessere Gründe für die Offenhaltung der großartigen Berliner Flughäfen gibt es nicht. BBI mag kommen, aber: Tempelhof und Tegel sollen weiterbestehen!

Michael S. Cullen,

Berlin-Charlottenburg

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