Leserbriefe : Friede, Freude, Eierkuchen

„Harte Drogen auf Rezept“ vom 17. August

Frau Keller plädiert für einen „pragmatischen Weg" der Versorgung Süchtiger: Heroin vom Amt – umsonst. Diese geniale Methode sollte „pragmatisch“ weiterentwickelt werden. So gut wie alle Diebstähle oder Raubüberfälle erfolgen nicht aus „Jux und Dollerei“, sondern aus dem Drang heraus, eine bestimmte Ware zu bekommen oder ersatzweise die Mittel zu deren Erwerb. Praktisch immer handelt es sich um Beschaffungskriminalität; gleichgültig, ob es um ein Fahrrad, Handy, Auto oder Heroin geht. Analog den Überlegungen von Frau Keller wäre es logisch, auch z. B. einen chronischen Autodieb einer Ersatztherapie zuzuführen und ihn nach deren Scheitern als „Langzeit-Konsumabhängigen“ einzustufen – mit Anspruch auf Hilfe von Amts wegen. So kommt er nicht in Gefahr, sich bei der Tat zu verletzen, sondern kann „einer geregelten Arbeit nachgehen, eine bürgerliche Existenz führen“. Studien würden einen Erfolg im Sinne eines Rückgangs der Kfz-Diebstähle zeigen: Wer klaut schon nachts ein verunreinigtes Auto, wenn er am Tage einen sauberen Wagen umsonst bekommt!? Also: Jedem nach seinen Bedürfnissen, wie schon ein gewisser Karl M. vor über 100 Jahren forderte, und niemand muss mehr Wagen oder Wohnung abschließen; es herrscht „Friede, Freude, Eierkuchen“. Oder stimmt da vielleicht etwas nicht? Prof. Dr.-Ing. Peter Koeppe,

Berlin-Wannsee

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