Leserbriefe : Friede, Freude, Eierkuchen

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„Der Freund der Islamisten“

vom 12. Mai 2006

Normalerweise sind die Kolumnen von Harald Martenstein ein Grund dafür, dass ich Abonnent des Tagesspiegels bin. Mit seiner Philippika gegen den amerikanischen Präsidenten hat er sich nach meinem Dafürhalten jedoch arg vergaloppiert. Erstaunlich, dass auch Herr Martenstein der Illusion zu unterliegen scheint, die islamische Bedrohung des Westens mache sich an „Personalproblemen“ fest, man bräuchte nur Politiker X gegen Staatsmann Y auszutauschen und schon heißt es wieder: Friede, Freude, Eierkuchen (wobei es sich bei den auszusondernden Politikern natürlich vorzugsweise um böse amerikanische handeln sollte)! Merkwürdigerweise war der islamistische Terror aber auch schon unter der Regentschaft des Sonnyboys Clinton virulent – was der Chor der Bush-Hasser hierzulande gerne verdrängt. Selbst Clinton hielt den Einsatz von Cruisemissiles gegen mordlüsterne Terroristen bisweilen für zweckmäßiger als Heile-heile- Gänschen-Politik. Übrigens der Hinweis auf die Überteuerung des Mahnmals für die Opfer des 11. September 2001 ist perfide – es ist doch wohl ureigenste Sache eines jeden Volkes, wie und mit welchem Aufwand es seiner Gewaltopfer zu gedenken beabsichtigt. Einerlei – Herrn Martensteins Wunsch nach dem Verschwinden Bushs wird sich zwangsläufig bald erfüllen. Also Hand aufs Herz, Herr Martenstein: Gesetzt den Fall, Bush ist weg – wie besiegen wir denn nun den Islamismus? Mit Putins Hilfe?

Rainer Kientopf, Berlin-Staaken

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