Leserbriefe : Gebote und Angebote

„Gut ohne Gott“ von Bas Kast vom 25. Mai

In dem Artikel werden der christlichen Ethik, die auf den zehn Geboten und der Bergpredigt beruht, zehn „Angebote“ entgegengestellt. Bei aufmerksamem Lesen fällt mir auf, dass diese Angebote den zehn Geboten nicht widersprechen, sondern sie positiv ergänzen. Man kann also, ob man gläubiger Christ ist oder nicht, sowohl die christliche Ethik als auch die Forderungen des „evolutionären Humanismus“ vorbehaltlos bejahen. Dies sei noch an einem Beispiel erläutert: Im Angebot vier wird erklärt, dass man zur Rettung Verfolgter auch lügen solle. Aber das ist in voller Übereinstimmung mit dem achten Gebot. Dieses sagt nicht „Du sollst nicht lügen“, sondern „Du sollst nicht falsch gegen deinen Nächsten aussagen“. So in der Einheitsübersetzung; die Lutherbibel sagt dasselbe in anderem Wortlaut. Falschaussage für den Nächsten nach Angebot vier widerspricht dem achten Gebot also keineswegs.

Prof. emer. Hanfried Lenz, Berlin-Charlottenburg

Wenn die zehn An-Gebote des Evolutionären Humanismus allen Schulkindern vertraut gemacht und dann anschließend oft genug beherzigt werden würden, wäre es um unser Leben erheblich besser bestellt. Sie entsprechen dem Grundsatz: Behandele jeden so, wie du selbst behandelt werden willst. Wer über diese Ethik hinaus Antworten auf die Frage nach Krankheit und Tod oder den Umgang mit Schuld sucht, mag sich eine Religion aussuchen.

Ulrich Waack, Berlin-Lichtenrade

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