Leserbriefe : Gedenkorte brauchen schlichte Bauten

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Betrifft: „Beredte Brache“ vom 30. Mai 2004

Nicht die Pädagogisierung ist das Problem, sondern die „Architekturisierung“ der Gedenkorte.

Ich kenne das Gelände der Topographie aus den 70er Jahren. Damals erschloss es sich nicht von selbst. Wir haben es erst bei historischen Stadtführungen zum Sprechen gebracht. Die provisorische Informationsstätte der späten 80er Jahre hatte ein klares didaktisches Konzept unter Nutzung der Eigenart des Geländes. Ein schlichter Bau hätte diesem Ort politischer Bildungsarbeit Dauerhaftigkeit verliehen. Aber es musste „genialische“ Architektur her. Das HolocaustDenkmal mit seinem nachträglich hinzugeplanten Informationszentrum ist kein Beispiel für „Pädagogisierung“, sondern vielmehr für das Unbehagen gegenüber dieser Art Gedenk-Architektur. Martin Düspohl, Leiter des Kreuzberg-Museums, Berlin

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