Leserbriefe : Gemeinsinn nach neuseeländischem Vorbild

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Betrifft: „Welche Rente ist sicher?" im Tagesspiegel vom 12. November 2002

Die Regierung, die von allen Seiten angegriffen wird, kann die demoskopischen Gegebenheiten auch nicht ändern. Was sie haben muss, sind Ideen, wie wir aus der augenblicklichen Rentenkalamität herauskommen.

Hierfür empfehle ich den klugen Wirtschaftlern, (die ja die eigentliche Regierung hierzulande bilden) eine Reise nach Neuseeland. Dort hat man noch etwas, was es hier nicht gibt – nämlich Gemeinsinn. Zwar staatlich verordnet – aber doch allgemein praktiziert. Dort müssen die Rentner, aber auch die Sozialhilfeempfänger, im öffentlichen Dienst oder sogar in der Industrie unfreiwillige soziale Stunden leisten, um zu ihrer Rente oder zu ihrer Sozialfürsorge zu kommen. Die Anzahl der Stunden richtet sich nach der Gesundheit und dem Alter der Rentner. Sie können ihre Jahresstunden am Stück oder auch aufgeteilt nehmen, dies können sie mit der Arbeitsstelle regeln. Sie besitzen dort alle ein Jahres-Arbeitsbuch. Ich weiß nicht, ab welchem Alter sie nicht mehr ihre Sozialpflichtstunden leisten müssen, aber wenn sie körperlich und geistig nicht mehr in der Lage sind, ihren Beitrag zu leisten, dann müssen sie sich dies von der Behörde bescheinigen lassen, und es gibt dann nur noch den Krankensatz.

Solch eine Notverordnung, dass wir rüstigen Rentner ab 60 Jahren, vielleicht 50 bis 80 unbezahlte Sozialpflichtstunden leisten müssen, ansonsten drohen uns Rentenkürzungen, muss von Sozialministerin Schmidt erlassen werden und wir hätten ein großes Problem gelöst.

Renate Quente, Berlin-Lichtenrade

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