Leserbriefe : Gewerkschaft für Hausfrauen

„Vorteil Broder“ vom 4. September

und „Was ist Antisemitismus? /

Henryk M. Broder streitet darüber mit

Evelyn Hecht-Galinski. Und ein

Kölner Gericht sucht die Antwort“

von Alex Feuerherdt vom 3. September

Die Kontrahenten legen das Urteil – laut Richter eine öffentlich ausgetragene Fehde – offenbar jeweils zu ihren Gunsten aus. Mit seinem Spruch hat der Richter vermieden, die spitzfindige Frage, was ist Antisemitismus, zu definieren. Ganz zu schweigen von der noch spitzfindigeren Frage, ob denn ein Jude antisemitisch sein kann.

Vor lauter Starren auf diese Frage, mit der sich ganze Generationen von Schreibenden bereits befasst haben, ist ein Aspekt verloren gegangen, den ich für wichtiger halte. Herr Broder beschimpft Frau Hecht-Galinski als „frustrierte Hausfrau“ und spricht ihr damit quasi das Recht ab, sich politisch oder öffentlich zu irgendeinem Thema xyz zu äußern.

Das Recht auf freie Meinungsäußerung ist in Deutschland grundgesetzlich zugesichert, aber auch die Gleichheit der Geschlechter. Es ist nicht so, dass eine Hausfrau kein Recht auf Meinungsäußerung hat, auch wenn diese Herrn Broder zuwider ist. Bedauerlicherweise sind Hausfrauen nicht gewerkschaftlich organisiert, so dass es keinen öffentlichen Protest gibt. Es ist auch nicht so, dass ein Journalist ein irgendwie geartetes höheres Recht auf Urteil oder Meinungsfreiheit hat. Auch kein Gut-Journalist in Bezug auf Political Correctness zu Israel.

Rosemarie Lazarus,

Berlin-Wilmersdorf

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