Leserbriefe : Gewinner und Verlierer

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„Firmen stoßen weniger Kohlendioxid aus als geplant“ vom 16. Mai 2006

Die deutschen Aluminiumschmelzen haben, anders als der Tagesspiegel schrieb, kein einziges CO2-Zertifikat zugeteilt bekommen, weil wir mit erheblichen Investitionen über eine freiwillige Selbstverpflichtung mehr als 85 Prozent vom Ausstoß klimarelevanter Gase eingespart hatten.

Es wurde uns schlecht gedankt: Als Großkunden bezahlen wir zurzeit die weltweit höchsten Preise für Strom zur Aluminiumgewinnung und schieben der Strombranche für ihre gratis erhaltenen, aber bisher erstaunlich hoch eingepreisten Zertifikate erhebliche Zusatzgewinne aufs Konto.

Die Folgen unserer Doppellast: Eine Hütte musste schon geschlossen werden, eine weitere wird Ende 2006 dichtmachen. Wie die EU-Kommission bezweifeln auch wir stark, das dieses Emissionshandelssystem das Klima effizient schützt; mit Sicherheit aber verteilt es Milliarden Euro Wertschöpfung aus der energieintensiven Industrie auf die Strombranche um und kostet deutsche Arbeitsplätze.

Dagegen stellt sich jetzt heraus, dass die angeblich als knappes Gut teurer und teurer spekulierten Zertifikate in Wirklichkeit überreichlich ausgeteilt worden waren. Umso wichtiger ist, nun endlich Vertrauen in den deutschen Strom- und den Emissionshandel zu erzeugen, indem beide Systeme transparent und kundengerecht umgestaltet werden.

Michael Peter Steffen, Hydro

Aluminium Deutschland GmbH, Köln

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