Leserbriefe : Gleichungen

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Zur baldigen Freilassung

der RAF-Terroristin Brigitte Mohnhaupt

„Es hat schon seine Richtigkeit“, nach unserer Rechtsordnung darf Frau Mohnhaupt vorzeitig entlassen werden; muss aber nicht. Die fünfmal lebenslänglich sind nämlich eine Mindeststrafe und wenn sie nach 24 Haftjahren der Ganovenehre wegen ihre Komplizen noch immer nicht nennt, dann sollte sie getrost weiter sitzen. Von jedem unartigen Kind erwartet man im Zweifel Einsicht, von einer Mörderin nicht. Wo liegen heute die Grenzen der Toleranz?

Henning Dittmer,

Berlin-Charlottenburg

Auch der Tagesspiegel, berichtet in aller Ausführlichkeit über die Freilassung der früheren RAF-Terroristin Brigitte Mohnhaupt am 27. März. Das Oberlandesgericht Stuttgart und namhafte Juristen lassen dazu verlauten, dass es sich um eine durch geltendes Recht bedingte Maßnahme und nicht um einen Gnadenakt handele. Nun habe ich bisher keine Erklärung gefunden für die Gleichung 5 x lebenslänglich + 15 Jahre + besonders schwere Schuld = 24 Jahre Freiheitsentzug. Welcher Entlassungstag hätte sich zum Beispiel ergeben bei a) 1 x lebenslänglich oder b) 10 x lebenslänglich jeweils plus obige Zutaten?

Rolf Scheunemann, Berlin-Zehlendorf

Juristische Gleichungen lassen sich mathematisch nicht auflösen. Die besondere Schwere der Schuld hat sich im Fall von Brigitte Mohnhaupt mit einer festgesetzten Mindestverbüßungsdauer von 24 Jahren niedergeschlagen. Das mag mit dem Gerechtigkeitsempfinden von manchen nicht vereinbar sein. Mathematisch ist der Gerechtigkeit aber nicht beizukommen. Tsp

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