Leserbriefe : Gute Argumente

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Zu Michael Schindhelms Vorschlag zur Opernreform in Berlin

Der Vorschlag Schindhelms, die Deutsche Oper künftig mit einem „Semi-Stagione“-Konzept zu betreiben, ist so schlecht nicht. In allen anderen Metropolen der Welt, mal abgesehen von Wien und New York, werden dem Publikum auf diese Weise regelmäßig große Opernabende verschafft. Nicht nur, dass man den schleichenden Qualitätsverlust der Produktionen durch ständige Neubesetzung der Partien vermeidet, es gäbe auf diese Weise auch immer „was Neues“ in der Oper, was dann gerade Stadtgespräch ist. Und dass man auf diese Weise in Berlin im Laufe der Jahre auch gute Produktionen aus anderen Städten erleben kann, soll für den regelmäßigen Besucher sicherlich auch kein Nachteil sein, oder?

Und wenn man in den ersten Jahren die langjährigen Kassenrenner der Deutschen Oper wie die „Tosca“ von 1968 und andere noch gespielte Inszenierungen aus der Götz-Friedrich-Zeit in das Stagione-Konzept in Form glanzvoller Wiederaufnahmen einbettet, dann würden auch die DOB-Stammkunden ihre Opernheimat nicht aufgeben müssen.

Zuletzt: Das Argument, nun müsse wieder der Westen Berlins ein Theater opfern, kann so erschlagend mittlerweile doch wohl nicht mehr sein, oder? Ein zunehmender Großteil aller heutigen Berliner ist nach 1990 in die Stadt gezogen und begreift die Stadt ohnehin als Ganzes. Und überhaupt: Schließlich soll die Deutsche Oper auf diese Weise ja erhalten werden!

Christian Eggert, Berlin-Zehlendorf

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