Leserbriefe : Haft ist anscheinend keine Strafe

Zur Berichterstattung über

den Berliner Justizskandal

Warum diese Aufregung? Dies ist nur ein weiterer Beweis der Unfähigkeit oder des Unwillens der politischen Führung in dieser Stadt, das Sicherheitsbedürfnis der Bürger ernst zu nehmen. Reden, kritisch hinterfragen, vertieft diskutieren -immer! Nachhaltige und energische Maßnahmen - lieber nicht!

Es ist eine Schande, als braver Bürger immer wieder für kleinste Anlässe zur Kasse gebeten zu werden und gleichzeitig zu sehen, wie Vandalismus, Aggression und brutale Gewalt hingenommen werden.

Gerd Hauth, Berlin-Hansaviertel

Wie wirkungsvoll die angeblich seit langem betriebenen Unterbindungsmaßnahmen gegen den Drogenschmuggel in Plötzensee tatsächlich sind, belegen die weiteren Aktivitäten der Drogendealer, die ja keine Wohlfahrtseinrichtung betreiben, sondern verdienen wollen. Würden die Drogenpakete tatsächlich aufgesammelt, hätten die Dealer wegen mangelnder Einkünfte sicher längst aufgegeben.

Winfried Berndt, Berlin-Wannsee

Wie ist es möglich, dass der Senat von Berlin, und in diesem die für die Justiz verantwortlichen Menschen, allen voran Justizsenatorin von der Aue, diese Zustände wissentlich dulden?

Es kann doch nicht sein, dass verurteilte Dealer im Knast problemlos mit Hilfe von außen weiterdealen und die Gefängnisleitung dazu nur hilflos mit den Schultern zuckt. Seit Jahren beobachten die Laubenbesitzer diesen Drogenhandel, über den sie der Gefängnisleitung berichtet haben. Es gibt weder Unterstützung noch Abhilfe. Vollzugsbeamte haben Angst vor den Gefangenen, das Personal wird reduziert und die Gefängnisleitung ergreift keinerlei Maßnahmen, um Drogenhandel, der durch die „Lieferungen“ von außen möglich ist, zu stoppen. Die Straftäter lachen sich ins Fäustchen.

Dies ist mehr als ein Skandal, die ist eine Bankrotterklärung der Justiz und eine Kapitulation vor der Gewalt. Was soll man als Bürger dieser Stadt davon denken, wenn die Justiz nicht mal im Gefängnis mit den jugendlichen Straftätern fertig wird, sondern im Gegenteil kriminelle Handlungen dieses Ausmaßes in der Strafanstalt duldet. Es ist unfassbar.

Regine Wieyng, Berlin-Wilmersdorf

Alle Politiker schauen weg, bis eigentlich dafür nicht Zuständige den Finger in die Wunde legen. Dann wird derjenige entdeckt, der nichts tut, und weist jede Verantwortung von sich und rechtfertigt eigene Untätigkeit. Hier sollte ganz schnell jemand ans politische Ruder, der begriffen hat, wofür unsere Gesellschaft Justitzvollzuganstalten eingerichtet hat.

Dieter Exner, Berlin-Lichtenrade

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