Leserbriefe : Hatuns Schicksal könnte auch Arzu treffen

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„Der Tod und die Mädchen“

vom 12. Oktober 2005

Nach der Lektüre Ihres Aufsatzes über den Mord an Hatun Sürücü möchte ich Ihnen zu diesem journalistischen Bravourstück gratulieren, Frau Füchsel!

Meine Gratulation gilt zuerst Ihrer handwerklichen Fertigkeit – vor allem aber Ihrem Mut und Ihrer Zivilcourage, dass Sie sich in finsterer Zeit auf dieses Thema mit diesem Engagement einlassen. Ihr herausragender Aufsatz – das Thema ist gerade bei uns in Berlin nicht ohne Tabus – legt präzise den Finger in die Wunde, dass Arzu Sürücü sich zur Verfechterin von etwas aufschwingt, dessen Opfer sie ist – nicht anders als ihre Schwester Hatun, die sie als Tote beneidet und als Lebende verteufelt. Wie mag das enden? Mich wundert, dass Arzu offenbar nicht daran denkt, dass es ihr nach dem Ende des Prozesses genauso ergehen könnte wie ihrer Schwester. Denn das auch entlarvende Interview gereicht ja Allah nicht zur Ehre und Herrlichkeit, sondern es brüskiert ihn. Man darf daher vermuten, dass die Waffe, welche auf die ehemalige Freundin des mutmaßlichen Mörders gerichtet ist, auch auf Arzu Sürücü zielt.

Otto Bloch, Berlin-Charlottenburg

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