Leserbriefe : Hausmeister und Frühstücksdirektoren

„’Soll sie zeigen, was sie kann'",

Interview mit J. Zöllner, vom 24. August.

Grundsätzlich sind die Aussagen zu begrüßen, und es ist zu hoffen, dass es nicht nur bei Worten bleibt, sondern Verbesserungen vor Ort erfolgen. Dazu gehören allerdings noch weitere Rahmenbedingungen. So sind im Bezirk Steglitz-Zehlendorf vor den Sommerferien die Verträge mit den Schulhausmeistern gekündigt worden, die deren Beschäftigung über die Dienstzeit hinaus regeln. Kurzfristig stehen die Schulen vor dem Problem, wer für Interessen- und Arbeitsgemeinschaften am Nachmittag und Abend vor Ort als Ansprechpartner vorhanden ist, der ein Auge darauf hat, wer das Schulgelände betritt, der im Havariefall weiß, wo sich der Haupthahn befindet und der für den Schließdienst verantwortlich zeichnet. In Zeiten, in denen nach Alternativen zu einseitiger Freizeitgestaltung gesucht, in denen zunehmend die Gewaltbereitschaft Jugendlicher ein Thema wird, sind solche Ansprechpartner ein unverzichtbarer Beitrag für unsere Gesellschaft. So bleibt zu hoffen, dass es nicht durch Gerangel um Kompetenzen und Wichtigtuereien zu (weiteren) Blockaden kommt.Hartwig Greve, Berlin-Steglitz

Jürgen Zöllner irrt in einem zentralen Punkt. Ein Hauptproblem des deutschen Bildungsrückstandes ist sehr wohl der Föderalismus. Denn den sechzehn Provinzen fehlen schlicht die Ressourcen, eine international wettbewerbsfähige Talentförderung auf den Weg zu bringen. Zudem sehen reiche Regionen wie Baden-Württemberg einen ökonomischen Vorteil darin, lieber Hochschulabsolventen aus gebührenfreien Bundesländern abzuwerben, anstatt selbst in kluge Köpfe zu investieren. Eine an Einzelinteressen ausgerichtete Politik, die korrigiert werden könnte, wenn die Bundesbildungsministerin keine „Frühstücksdirektorin" wäre, sondern so mächtig wie ihre 26 EU-Kollegen!Rasmus Ph. Helt, Hamburg

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