Leserbriefe : Heikelste Vergleiche

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Betrifft: „Koch empört mit JudensternVergleich – Grüne fordern Rücktritt des hessischen Ministerpräsidenten“ im Tagesspiegel vom 13. Dezember 2002

Man kann sich nur wieder wundern, wie heutzutage die Politiker treffsicher immer den heikelsten Vergleich treffen. Das begann bei Däubler-Gmelin mit dem Vergleich der Irak-Politik Bushs mit Hitlers Kriegspolitik – wobei der Vergleich schon deshalb hinkte, weil Hitler seine Kriegspolitik keineswegs wegen innenpolitischer Schwierigkeiten betrieb. Es hätte der Hinweis genügt, dass Krieg zur Ablenkung in der Politik keineswegs neu ist und schon öfter gab.

Jetzt kommt Koch mit seiner Anspielung ausgerechnet auf den Judenstern daher. Auch hier wäre näher liegend und politisch wohl nicht so heikel der Hinweis auf den Pranger und Schandpfahl gewesen. Wenn sich davon jemand getroffen fühlen würde, könnte man sagen: „Wem die Jacke nicht passt, zieht sie nicht an"

Dr. Karl-Rudolf Kögler, Berlin-Spandau

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