Leserbriefe : Helfen statt beschimpfen

„Ein Zwischenruf zum ... Pöbeln /

Barbara John über einen verwahrlosten Geisteszustand bei Kritikern von Deutschlands Unterschicht“ vom 15. November

Man fragt sich, was hat die neue Bundesregierung geritten, in Erwägung zu ziehen, Betreuungsgeld nunmehr über Familien mit Kindern unter drei Jahren auszuschütten. Diese Absicht spricht allen pädagogischen Erkenntnissen Hohn, die besagen, dass Kinder gerade aus bildungsfernen Schichten – seien es Deutsche oder Eingewanderte – besonders von der Betreuung im Kindergarten profitieren. Dort lernen sie am ehesten, sich in der deutschen Sprache zu bewegen. Die Betreuung dieser Kinder in den Familien findet sehr oft vor laufendem Fernseher statt, wo sie auch gleich allein ihre Essensportionen in sich hineinschaufeln.

Will man diesen Kindern eine Chance geben, müssen ihre Eltern dazu gebracht werden, ihre Kinder in die Kita zu bringen. Dazu kann auch ein finanzieller Anreiz beitragen. Wer wirklich daran interessiert ist, auch den Kindern bildungsferner Eltern den gesellschaftlichen Aufstieg zu ermöglichen, beschimpft diese Familien nicht, sondern bietet pädagogisch sinnvolle Hilfe an. Pöbeln und verbale Fußtritte sichern den Beifall derer, die es schon immer gewusst haben. Auf der anderen Seite erspart es ihnen eine ernsthafte Debatte, an der sie gar nicht interessiert sind und die sie scheuen.

Bravo Barbara John, Ihr Zwischenruf ist ein Gewinn.

Rita Kantemir-Thomä,

Berlin-Friedrichshain

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