Leserbriefe : Herabstürzende Neubauten

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„Gefährliche Ästhetik“ vom 20. Januar

Dass Fassaden keiner Überprüfung unterliegen, ist nicht ganz korrekt und suggeriert leider einen fahrlässigen Umgang mit einem so wichtigen Bauteil des Gebäudes. Abgesehen von der zitierten DIN gibt es eine ganze Reihe weiterer Vorgaben, für deren Einhaltung sowohl die Planer als auch die ausführenden Firmen Gewährleistungen übernehmen. Ihre Frage nach einer Lücke im System ist somit ein weiterer Ruf nach zusätzlicher staatlicher Reglementierung. Viel schlimmer jedoch ist das Zitat nicht benannter Personen, „Architekten wollen alles luftig und leicht, möglichst schwebend …“, das den Eindruck der Fahrlässigkeit im Umgang mit der Sicherheit noch steigert. Leider taugen die von Ihnen aufgeführten Beispiele nur sehr eingeschränkt zur Unterstützung dieser These, da weder die Gebäude von Hans Kollhoff und Philipp Johnson eine „leichte und luftige“ Fassadensprache aufweisen noch „tonnenschwere“, herabstürzende Fassadenteile dies belegen. Speziell der Hauptbahnhof gab in letzter Zeit Anlass zur Diskussion um Baukultur und fand im Tagesspiegel ein angemessenes Forum, auch wenn der konkrete Anlass nicht so erfreulich war.

Michael Kohler, Dip.-Ing. Architekt,

Berlin-Nikolassee

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