Leserbriefe : Hey Boss, wir woll’n mehr Geld

„Von kühn zu maßlos / Die Streiks

im öffentlichen Dienst in Berlin

finden wenig Rückhalt – zu Recht“

von U. Zawatka-Gerlach vom 14. Oktober

In einem Punkt haben Sie Recht. Die Gewerkschaften hätten nicht erst jetzt, sondern bereits im Sommer 2007 – auf dem Höhepunkt der konjunkturellen Entwicklung – die Rücknahme der 2003 vereinbarten Gehaltskürzungen fordern sollen.

Heute, auf dem absteigenden konjunkturellen Ast, sehen die Forderungen schlecht aus. Dabei sind sie moderat. Im Verhältnis zu den von IG Metall und anderen Gewerkschaften geforderten Lohnerhöhungen nehmen sich 2,9 Prozent als Forderung geradezu bescheiden aus.

Der öffentliche Dienst in Berlin arbeitet nicht schlechter als andere öffentliche Dienste der übrigen Bundesrepublik. Und hier werden wir in Berlin von der Einkommensentwicklung mehr und mehr abgekoppelt. Welche Auswirkungen das hat, lässt sich bereits an abwandernden Lehrern und Polizisten erkennen. Berlin wird kaputtgespart.

Die positive konjunkturelle Entwicklung der vergangenen Jahre hat Berlin finanziell wieder auf die Beine geholfen. Der Haushalt ist nahezu ausgeglichen und im Verhältnis zu anderen Bundesländern steht Berlin relativ gut dar. Zu diesem rein fiskalischen Erfolg haben die Mitarbeiter durch Einkommensverzicht über mehr als fünf Jahre erheblich beigetragen.

Auch die Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes in Berlin müssen an der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung teilnehmen. Wer weiterhin einen unabhängigen, funktionierenden und von Korruption freien Verwaltungsapparat haben will, muss diesen auch adäquat bezahlen. Sicherheit und Staatstreue gibt es nicht umsonst. Hilfsbereite und freundliche Sachbearbeiter auch nicht.

Norbert Falkenau, Berlin-Rudow

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