Leserbriefe : Hilfsangebote wurden gestrichen

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Betrifft: „Zurückgeschrieben: Werden Kinder sitzen gelassen?“ vom 25. Mai 2003

Als Mutter einer schulpflichtigen Tochter kann ich dem Bildungssenator nur zustimmen, wenn er schreibt, dass kein Kind verloren gegeben werden darf, und Chancengleichheit bedeutet, Kindern auch eine Chance zu geben. Diese Aufgabe teilen sich zunächst Familie und Schule, und wenn Eltern und Kinder zur Wahrung ihrer Chancen Unterstützung benötigen, gibt es differenzierte und qualifizierte Hilfsangebote der öffentlichen und freien Jugendhilfe. – Soweit die Sonntagsreden der Politiker, soweit die Theorie.

Leider sieht die Berliner Wirklichkeit dieser Tage anders aus. Kommt es zu exzessiven Gewalttätigkeiten an Berliner Schulen, verweist Senator Klaus Böger auf die Schaffung einiger neuer Stellen für Schulpsychologen zur Gewaltprävention, verschweigt aber den Abbau einiger Dutzend dieser Stellen im letzten Jahr, was unter dem Strich eine Reduzierung von Hilfsangeboten zur Folge hat. Eine der wirksamsten Gewaltpräventionen, die Jugendhilfe dieser Stadt, wird durch die Knappheit der finanziellen Mittel zunehmend zum Erliegen gebracht.

Renate Bechthold,

BerlinSchöneberg

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