Leserbriefe : Holocaust-Mahnmal weckt keine Gefühle

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„Das ist die Fortsetzung des Dritten Reichs“ vom 9. Juni 2005

Die Herren Broder und Menge drücken in ihrem Gespräch genau das aus, was mich und sicher sehr viele Menschen beim Betreten des HolocaustMahnmals befällt: „Das ganze Mahnmal ist doch ein großes Nichts“ (Broder). „Vielleicht würden mich in der Neuen Wache Unter den Linden Gefühle überkommen“ (Menge). Wäre es nicht vielleicht sehr viel sinnvoller gewesen, mehr Augenmerk auf diese Gedenkstätte zu werfen?

Hier wird aller Opfer der NS-Diktatur gedacht. Ein Ort, der mich, aber auch viele Touristen, die ich dorthin führte, sehr bewegt hat. Hier hätte man nicht in 17 Jahren 26 Millionen Euro verbaut, um anschließend zu sagen, „Leute, das Ding haben wir in den Sand gesetzt“ (Broder). Von dem so ersparten Geld hätte man sehr viele gute Aufklärungs- und Präventionsmaßnahmen unterstützen können. Es ist schön, dass Herr Broder meine Meinung teilt und nicht wie so viele andere Besucher das Jüdische Museum über alle Maßen lobt, sondern auch kritische Töne anbringt – Stichwort „suggestive Architektur“ des „Turms der Stille“. Ich danke den Herren Broder und Menge für ihre mutigen, geistvoll- ironischen Kommentare!

Oliver Plunien, Trier

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