Leserbriefe : Hunde erfüllen vielfältige soziale Aufgaben

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Betrifft: „Auch Kampfhunde dürfen ohne Maulkorb auf die Straße" vom 16. Mai 2003

Eine gut sichtbare Plakette mit Nummer könnte für Haftpflichtversicherung und Wesensprüfung des Hundes stehen und würde für alle deutlich machen, hier kommt kein Killer! Der zitierte Herr Geisel, der seine Tochter (wie viele überängstliche Eltern) beim Anblick eines Vierbeiners in die Höhe reißt, erreicht zweierlei: 1. Das Kind wird noch als Erwachsener immer Angst haben, wenn ein Hund erscheint. Eine Einschätzung von Gefahr hat es so nicht erlernen können, ein neurotisches Leben beginnt.

2. Der Hund spürt die Angst und weiß, dass Angst die Vorstufe von Aggression sein kann, er warnt bellend vor der Gefahr.

Der zitierte Herr Faisst möchte offenbar die Privilegien der begüterten Herrenreiter wieder einführen: Hund und Ross nur für Betuchte mit großem Garten! Hunde erfüllen aber vielfältige soziale Funktionen, geben Behinderten Halt, alten Menschen körperliche Zuneigung, Kindern Freude und Bewegung, sind Retter, Spielgefährten und Therapeuten. Die artgerechte Haltung hängt nicht von der Wohnungs, bzw. Gartengröße ab. Postboten können ein schmerzhaftes Lied singen, von „Gartenhunden" die mangels sozialer Kontakte und Schulung alles angreifen, das ihr Revier betritt. Ein Wohnungshund, der genügend ausgeführt wird, hat kein Revier, aber ausreichend Bewegung und positive Kontakte zu Mensch und Tier.

Jürgen Koppa, Berlin-Schöneberg

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