Leserbriefe : Hungrige Kinder können nicht warten

„Babys im Plenarsaal: Immer mit der Ruhe / Im Berliner Parlament gibt es einen Babyboom: Viele Politikerinnen bringen ihre Kinder mit zur Sitzung. Doch das stört manche Debatte“ von Sabine Beikler vom 14. Juni

Muttermilch ist die natürliche und beste Ernährung für den Säugling. Seit Jahren ermutigen und motivieren hochengagierte Geburtskliniken junge Mütter, ihr Baby ausschließlich und möglichst lange zu stillen. Das setzt voraus, dass das gesellschaftliche Umfeld das Stillen ermöglicht – und zwar jederzeit und überall. Hungrige Säuglinge oder Kinder, die Nähe suchen, können nicht warten. Ich kann nicht nachvollziehen, warum eine Abgeordnete, die ihre kleine Tochter stillen möchte, von der ersten in die hintere Reihe des Plenarsaales verwiesen wird. Wie oft wünschen wir uns Volksvertreter, die über ihr Mandat hinaus Vorbilder sind! Frau Winde steht für alle Mütter, die das Stillen mit ihrem beruflichen Engagement in Einklang bringen möchten. Dafür verdient sie allen Respekt! Meine Bitte an Abgeordnetenhauspräsident Walter Momper ist deshalb, bei der nächsten Gelegenheit stillende Mütter in die erste Reihe zu bitten– als sichtbares Vorbild und Ermutigung.

Dr. Michael Abou-Dakn, Erster Vorsitzender WHO/Unicef-Initiative „Babyfreundliches Krankenhaus“, Chefarzt St.-Joseph-Krankenhaus in Berlin,

Berlin/Bergisch Gladbach

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