Leserbriefe : Im Mittelpunkt

„Öffentliches Gelöbnis / Drei Klänge“ von Michael Schmidt und „ Gelöbnis verlief ohne Störung / 1500 Polizisten schützten die Rekruten“ vom 21. Juli

Wie in den Vorjahren habe ich den Ablauf des feierlichen Gelöbnisses von Bundeswehrrekruten am 20. Juli verfolgt. Dieses Ereignis ist, vor dem Reichstagsgebäude zumal, auch ein Akt staatlichen Zeremoniells, was an der Vielzahl der Militärattachés anderer Staaten unschwer zu erkennen ist. Dennoch sollten an diesem Tag die jungen Soldaten der Bundeswehr im Vordergrund stehen. Und was macht der Bundesminister der Verteidigung? Er begrüßt, politisch korrekt, aber offenbar ohne jedes Gespür für den Anlass, Politiker und Kollegen jeglichen Ranges, um nach langer Aufzählung vieler unterschiedlicher Gästegruppen, am Ende die Soldaten und ihre Angehörigen anzusprechen. Waren sie nur die Statisten der Veranstaltung? Schade. Als Staatsbürger erlaube ich mir, dieses Verhalten zu kritisieren.

Hans-Jürgen Kaack, Schönwalde

Über das Gelöbnis der Bundeswehr ist ja schon sehr viel debattiert worden, doch dass man diese Veranstaltung nun immer in Verbindung mit dem 20.Juli 1944 bringt, an dem bekanntlich das Attentat auf Hitler leider misslang, ist für mich schon etwas befremdlich. Begibt man sich doch mit dieser Art von Tradition auf historisch nicht einwandfrei geklärtes Terrain. Sicherlich war Graf Stauffenberg ein Widerstandskämpfer, doch hätte er sich nach einem geglückten Attentat auch für ein demokratisches Deutschland eingesetzt?

Thomas Henschke,

Berlin-Waidmannslust

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