Leserbriefe : In der Stammzelldiskussion wird nur herumtheoretisiert

„Ganz oder gar nicht“ von Alexander S.

Kekulé und „Schavans Dilemma“

von Rainer Woratschka vom 13. Februar

Seit vielen Jahren beschäftige ich mit den Problemen der Stammzellforschung und stelle fest, dass man sich (auch Herr Kekulé) immer noch um die Beantwortung der eigentlichen Grundfrage drückt, wann eigentlich menschliches Leben beginnt. Erst wenn diese beantwortet ist, kann man die „ethische Kernfrage“ von Herrn Kekulé, ob eine Blastozyste unantastbare Menschenwürde besitzt, beantworten. Bis dahin wird nur herumtheoretisiert und mit Hilfe von Hilfskonstruktionen wie „Weiterentwicklung“ (Schavan) das Hauptproblem beiseite geschoben. In dieser Praxis haben wir jahrzehntelange Erfahrung. Ich erinnere an die Diskussionen um den Schwangerschaftsabbruch und um das Transplantationsgesetz (mit der Kernfrage „Wann ist der Mensch tot?“). Nach meiner Erkenntnis ist menschliches Leben mit der Verschmelzung von Ei und Samenzelle begründet, auch wenn diese Erkenntnis die weiteren Fragen nicht einfacher macht.

Bei jedem Kompromiss werden wir irgendwann von den ungeklärten Grundproblemen eingeholt. Darum helfen nur eindeutige Antworten, die frei von Ideologien und Populismus und nicht von Einzelinteressen geprägt sind.

Wilhelm Schlemmer, Schulzendorf

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