Leserbriefe : Indiens Kultur hätte Zukunft

Humboldt-Uni schiebt Indien an den Rand“ von Amory Burchard vom 1. November

Die HU streicht die Südasienwissenschaften ersatzlos entsprechend eines Beschlusses ihres eigenen Präsidiums. Die von Ihnen zitierten lauwarmen Exkulpationen des Herrn Linscheid bedürfen keines Kommentars. Schlimmer ist, dass auch die FU die Südasienwissenschaften gestrichen hat, lange vor der HU und im Glauben, das Fach könnte an die HU verlagert werden. Dazu kommt, dass das „Museum für Indische Kunst“ in Dahlem seiner Eigenständigkeit beraubt und einem „Museum für Asiatische Kunst“ untergeordnet wurde. Auch die Südasienabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin wird demnächst eingestellt. Indien wird zwar als Staat mit wirtschaftlicher Zukunft gefeiert, doch will man offenbar in Berlin nichts mehr mit dem kulturellen Erbe dieser Region zu tun haben. Indiens Vermächtnis und Gegenwart wird im Berliner Wissenschaftsraum großflächig und bewusst im Sinne eines numinosen Modernismus geschlachtet.

Offenbar kann und will niemand etwas an dieser Entwicklung ändern. Die argumentativen Grundlagen des Schlachtfestes sollten aber für künftige Nachfragen dokumentiert sein, wofür Ihr Artikel leider nur bedingt tauglich ist.

Prof. Dr. Harry Falk, FU Berlin

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