Leserbriefe : Insgesamt günstiger

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„Wir brauchen mehr Wettbewerb“

vom 2. Mai 2006

Ich teile die Meinung von Philipp Mißfelder, dass mit mehr Freiheit, Eigenverantwortung und Wettbewerb als Leitprinzipien der Gesundheitsversicherung mehr Markt in unserem Gesundheitssystem möglich wird. Andererseits ist zu berücksichtigen, dass circa 20 Prozent der Versicherten ernster erkranken und etwa 80 Prozent der Kosten verursachen.

Das Plädoyer von Herrn Mißfelder für die Prävention und Vorsorge ist zu begrüßen. Aber nicht alle Krankheiten können dadurch verhindert werden. Im Übrigen ist es wissenschaftlich noch immer umstritten, ob Prävention und Vorsorge für das Gesundheitssystem insgesamt tatsächlich kostengünstiger werden.

Völlig falsch liegt Herr Mißfelder in seiner Einschätzung, dass er große Geldmengen bei der angeblich viel Geld verschlingenden Megabürokratie der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) einsparen könnte.

Etwa 14 Prozent der Ausgaben der Krankenkassen fließen über die KVen an die niedergelassenen Ärzte. Aus diesem Geld finanzieren diese (!) ihre KVen. Der Kostenanteil für die Verwaltung der KVen liegt üblicherweise bei sechs bis acht Prozent des Gesamthaushaltes. Dies ist als durchaus günstig anzusehen.

Dr. Michael P. Jaumann,

Deutscher Berufsverband der Hals-

Nasen-Ohrenärzte e. V., Neumünster

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