Leserbriefe : Islam und Islamismus sind nicht dasselbe

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Zu den umstrittenen Papstäußerungen

Es sind nicht die christlich-dogmatischen Passagen in der Rede des Oberhaupts der katholischen Kirche, die mir Angst machen, nein – es sind Sätze wie „zeig mir doch was Mohammed Neues gebracht hat und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, dass er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten.“ Derartige Sätze, die aus dem Munde des byzantinischen Kaisers Manuel II. im Jahr 1391 stammen, heutzutage zu zitieren, kommt „geistiger Brandstiftung“ gleich.

Karl-Heinz Klaiber, Würzburg

Die Debatte um die Regensburger Papstäußerungen zeigt wieder einmal, dass viele Muslime nicht hinhören wollen und jede Nichtigkeit als Vorwand nehmen, um ihre Religion beleidigt zu sehen. Diejenigen, die dem Papst ans Leder wollen, bestätigen in deutlichster Weise genau die Vorurteile – oder sind es mittlerweile schon Urteile? –, die die westliche Welt inzwischen haben muss.

Gero Kunze, Brieselang

Die Reaktionen der Muslime auf die Worte des Papst beweisen es, der Islam ist eine Religion der Gewalt.

Jürgen Schulz, Buchholz

Dass Papst Benedikt XVI. die Gewaltbereitschaft des Islam kritisierte, finde ich richtig. Ein Christ, egal welcher Konfession, tut heute keinem Muslim mehr etwas an. Umgekehrt sieht das leider anders aus. Bei der geringsten Kritik oder bei Satire werden selbst die friedlichsten Muslime zornig, gar hasserfüllt. Und scheinbar fällt es radikalen Islamisten doch nicht schwer, aus diesen Reihen immer wieder neue Mitglieder für den „Heiligen Krieg“ zu rekrutieren. Ich bin kein Fan von Frau Merkel, doch dass sie den Papst hier unterstützt, finde ich richtig.

Axel Heyn, Berlin-Lankwitz

Wenn man sich die in immer kürzeren Abständen stattfindenden Massendemonstrationen empörter Muslime in bestimmten, vom Islam beherrschten Ländern betrachtet, kommt mir der Verdacht, dass einige Muslimführer sich Monat für Monat willkürlich einen neuen Grund für „Empörung“ herauspicken, um gegen Kreuzzügler, Ungläubige, Juden, Israel etc. aufzustacheln.

Thomas Beuttner, Berlin-Kladow

„Ein paar Worte zu viel“

vom 16. September 2006

Islam und Islamismus sind nicht einfach dasselbe. Wenn aber, wie der Autor anscheinend unterstellt, die Doktrin der Islamisten dem Geist des Koran geradezu ins Gesicht schlägt, warum gibt es dann Millionen von Muslimen, die das offenbar nicht wissen und für die bin Laden ein Volksheld ist? Warum brennt es just in so vielen Weltgegenden, wo der Islam auf andere Zivilisationen und Religionen trifft: Nigeria, Sudan, Indien, Südrussland, Westchina, Thailand, Philippinen, Palästina? Und dabei ist die Verfolgung religiöser Minderheiten in islamischen Ländern und islamistischer Terror in im Westen noch gar nicht mitgerechnet! Sind das wirklich alles nur regionale Konflikte, an denen Muslime sozusagen nur zufällig beteiligt sind? Oder gibt es etwas im Islam, das Konflikte herausfordert? Die Antwort finden Sie im Koran. Wenn es darin einen roten Faden gibt, dann ist es der Unterschied und Gegensatz zwischen „Gläubigen“ und „Ungläubigen“, wobei letztere erstens lügen, zweitens in der Hölle landen und drittens bekämpft werden müssen, wobei Gewaltanwendung zwar nicht zwangsläufig ein-, aber auch mit keiner Silbe ausgeschlossen wird! Das heißt, der Koran definiert Religion schlechthin a priori als Konflikt zwischen der einen Religion und der anderen. Dass Muslime, die in einem solchen Kampf sterben, als Märtyrer ins Paradies eingehen, ist keine Erfindung von Terroristen, und schon gar nicht eine solche des Papstes, sondern steht im Koran. Dass andere Religionen und ihre Anhänger seitenweise beleidigt und verleumdet werden, passt zum Thema und zum Kontext allemal besser als die – wenigen – versöhnlichen Bemerkungen, die es unter den über 6000 Versen auch gibt. Das Hauptproblem ist aber, dass sich der Koran gegen jede historische Relativierung selbst immunisiert, indem er sich als die wortwörtliche Offenbarung Gottes ausweist und genau so auch von den meisten Muslimen verstanden wird.

Manfred Kleine-Hartlage,

Berlin-Spandau

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