Leserbriefe : Kassen sollen Arzneien nicht im Ausland kaufen

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Betrifft: „Wenn Ärzte handeln dürften“ vom 11. Dezember 2002

Sie erklären in Ihrem Artikel das Defizit der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) unter anderem damit, dass sich Preisvorteile beim Kauf von Arzneimitteln nicht realisieren lassen, da der Versandhandel mit Arzneimitteln in Deutschland – wie übrigens in den meisten Ländern der Europäischen Union – verboten ist. Leider fragen Sie nicht danach, warum Versandhändler ihre Waren billiger anbieten können als deutsche Apotheken dies tun. Die Antwort auf diese Frage wäre: Der Versandhändler zahlt keine 16 Prozent Mehrwertsteuer in Deutschland, sondern nur sechs Prozent in Holland. Um genau diese Differenz sind einige der Produkte billiger.

Sie sollten also nicht die GKV auffordern, alle Heil, Hilfs- und Arzneimittel im Ausland zu beziehen, sondern vielmehr den Gesetzgeber fragen, warum er nicht die Mehrwertsteuersätze auf die entsprechenden Produkte senkt. Dadurch könnten GKV-Ausgaben reduziert werden.

Gleichzeitig gingen dem Patienten nicht die Vorteile verloren, die aus der hiesigen Produktion von Waren und Dienstleistungen resultieren. Für die Abgabe von Arzneimitteln bedeutet dies insbesondere: hohe Verfügbarkeit, schnelle Rundum-Versorgung und Notdienst-Bereitschaft. Denn wer sollte vor Ort noch die Arzneimittelversorgung aufrecht erhalten, wenn die Kassen Arzneimittel-Großeinkäufe im Ausland tätigen?

Katja Schmidt (Bundesvereinigung

deutscher Apothekerverbände), Berlin

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