Leserbriefe : Kassenärztliche Vereinigungen sind bürokratische Monster

„Behandlung gegen Vorkasse / Mediziner-Honorar: Schuld am Chaos ist die Selbstverwaltung der Ärzte und Krankenkassen“ von Rainer Woratschka

vom 12. März

Der Autor hat völlig recht, wenn er schreibt, dass die ärztliche Selbstverwaltung in ihrer selbstgeschaffenen Bürokratie ertrinkt. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) war ursprünglich als gewerkschaftliche Vertretung der niedergelassenen Ärzte gegründet worden. Heute hat sie als Einrichtung des öffentlichen Rechts ein bürokratisches Ausmaß angenommen, das keiner mehr überblickt.

Mahnende Worte, die seinerzeit, als das alte KV-Gebäude in der Bismarckstraße aus allen Nähten zu platzten drohte, dafür sprachen, die KV-Bürokratie zu verschlanken, wurden in den Wind geschlagen. Dafür wurden für über 70 Millionen DM die jetzigen unschönen Verwaltungsklötze erstellt.

Allein die inzwischen eingericheten sogenannten Qualitätszirkel der KV-Berlin dürften so langsam die Zahl der in Berlin niedergelassenen Kassenärzte übersteigen und ihnen mitlerweilen mehr Zeit für gute Arbeit nehmen als geben. Auch ist das Ausmaß der Bürokratie inzwischen so unerträglich geworden, dass jüngeren Ärzten die Freude an der Arbeit genommen wird und ältere erfahrene, soweit sie es sich leisten können, ihre Kassenarzttätigkeit aufgeben

Dr. Gert Hirschmann,

Berlin-Zehlendorf

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