Leserbriefe : Keine großen Kanalrohre

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Betrifft: „Klimaforscher: Kanalisation für stärkeren Regen ausbauen“ im Tagesspiegel vom 13. August 2002

Es ist sicherlich richtig, dass bei der Planung städtischer Entwässerungssysteme zukünftig stärkere Niederschläge zugrunde zu legen sind. Ich vermute, dass Prof. Schnellnhuber auch genau dies meinte. Daraus aber den Schluss zu ziehen, die städtische Kanalisation stärker auszubauen, wäre ein Schritt in die falsche Richtung.

Größere Kanalrohre würden die Niederschläge noch schneller abführen und die Probleme unterhalb weiter verschärfen. Genau dieser Fehler wurde in der Vergangenheit oft gemacht. In stark versiegelten Einzugsgebieten sind die Hochwasserabflüsse deshalb deutlich höher als in natürlichen Einzugsgebieten. An Panke und Wuhle ist dies deutlich zu beobachten.

Es ist vielmehr sinnvoll, das Regenwasser an Ort und Stelle zu bewirtschaften, d.h. versickern, rückhalten, nutzen. Derartige Ansätze sind mittlerweile in einigen Wassergesetzen, darunter auch in Berlin, verbindlich vorgeschrieben. Zahlreiche positive Beispiele im Berliner Raum belegen, dass entsprechend dimensionierte Anlagen auch solche Niederschläge bewältigen, wie sie in den vergangenen Tagen in Sachsen gefallen sind. Ein Verzicht auf überflüssige Regenwasserkanäle ist deshalb eine Säule des vorbeugenden Hochwasserschutzes.

Dr.-Ing. Heiko Sieker,

Dallwitz-Hoppegarten

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