Leserbriefe : Keine speckigen Schulbücher mehr

„Das Büchergeschenk / Die SPD möchte die Lernmittelfreiheit wieder einführen“

vom 10. Mai

Wir wissen, wozu die sogenannte Lernmittelfreiheit in der Vergangenheit geführt hat: Nach Angaben der Kultusministerkonferenz betrug die durchschnittliche Ausleihzeit von Schulbüchern - Stand 2004 – 9 (in Worten neun!)Jahre. In Berliner Schulen waren noch 2005 Buchbestände in Gebrauch, in denen die Wiedervereinigung nicht stattgefunden hatte.

Die Lernmittelfreiheit als soziale Errungenschaft macht nur Sinn, wenn auch die entsprechenden Mittel für eine Ausstattung mit modernen Bildungsmedien zur Verfügung gestellt werden. An dieser Stelle sollte die SPD auch sagen, wie viel Geld sie für das Thema in die Hand nehmen und woher sie es nehmen will. Der Wähler wird sonst betrogen und bekommt zwar Lernmittelfreiheit, aber keine Lernmittel.

Wolf-Rüdiger Feldmann,

Berlin-Wilmersdorf

Die Elternbeteiligung an der Schulbuchbeschaffung (Sozialhilfeempfänger sind davon befreit, sie ist also sozial abgefedert!) wurde vom Senat aufgrund der desolaten Hauhaltslage Berlins eingeführt. Sie hat sich bewährt, kamen die Schülerinnen und Schüler doch endlich in den Genuss aktueller Schulbücher!

Gegen die von der Linken und der SPD jetzt geplante Wiedereinführung der Schulbuchausleihe wäre überhaupt nichts einzuwenden, wenn sie finanziell so ausgestattet würde, dass der jetzige Standard der Schulbuchversorgung gehalten oder sogar verbessert würde. Da die Haushaltslage Berlins aber eher noch dramatischer ist als vor sechs Jahren, würden die Mittel für Schulbücher erneut so knapp ausfallen, dass unsere Schülerinnen und Schüler wieder mit zehn Mal ausgeliehenen, speckigen Schwarten lernen müssten. Der Senat sollte vernünftige Bildungs- und Familienpolitik machen und keine Symbolpolitik!

Michael Nath, Berlin-Steglitz

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben