Leserbriefe : Klare Sicht für Kinder

„Hilfe für Kurzsichtige? / Der Wirkstoff

Pirenzepin soll Kinder vor dem Verlust der Sehkraft schützen“ von Ronald D. Gerste vom 19. November

Ihr Artikel fokussiert auf künftige Optionen zur Vermeidung von Kurzsichtigkeit, der Bevölkerung ist konkrete Hilfe bei gegebener Kurzsichtigkeit schon jetzt wichtig. Leider können sich viele eine hinreichende Visuskorrektur schon jetzt kaum mehr leisten.

Die unter Ägide der Ulla Schmidt entwickelte Heil- und Hilfsmittelverordnung erlaubt den Krankenkassen einen Rückzug aus der Kostenübernahme für Brillen. Die BEK zum Beispiel gewährt noch 18, in Worten: achtzehn Euro für eine Brille für Kinder, aber nur alle zwei Jahre und ab einer festgelegten Veränderung der Visusminderung. Gerade im Wachstumsalter benötigen Kinder mit leichter Myopie ausreichend schnelle Anpassung an etwaige Visusänderungen. Viele Familien können das finanziell kaum leisten, steuerlich werden derartige Ausgaben im Allgemeinen nicht anerkannt.

Betrifft das einerseits die eigentlichen Kosten für Brillengläser, die mit Gewicht sparender Ausführung in Kunststoff, Härtung, Entspiegelung leicht 400 Euro überschreiten, kommt bei ausreichender Qualität noch ein Betrag von etwa 100 Euro für das Brillengestell hinzu. Das ist die millionenfache Realität, ein Beitrag zu weniger Netto für die fleißigen Bürger.

Das Ministerium hat einen großen blinden Fleck, die Krankenkasse spart, die Eltern zahlen. Das kann und muss rasch geändert werden.

Alexander Kern-Ehrlich,

Berlin-Friedenau

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