Leserbriefe : Kleine Klassen gefordert Ohne Tests keine Motivation

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Betrifft: Pro und Contra Eingangstests

Pro und Contra Eingangstests? Gibt es eine einfache Antwort? Der immer wieder erwähnte Vorschlag, kleine Klassen verbindlich vorzuschreiben, wurde nie in die Tat umgesetzt. Dabei wäre diese Rahmenbedingung durchaus zu finanzieren. Denn man könnte einige schulpsychologische Einrichtungen einsparen, wenn die Lehrer sich kleineren Gruppen widmen könnten. Ein Blick nach Japan ist ebenso hilfreich. Dort fördern die Eingangsprüfungen die Leistungsfähigkeit und die Konkurrenz von Kindergärten bis zu Hochschulen. Wir in Deutschland sollten uns eingestehen, dass Lebenstüchtigkeit allein durch Neigung nicht zu gewinnen ist. Wenn Kinder rechtzeitig lernen, ihre Tagesform zu beherrschen statt von ihrer Umgebung deren Berücksichtigung zu erwarten, können sie später durchaus berufstüchtig werden.

Der schiefe Turm von Pisa steht aufrecht, weil er ordentlich mathematisch berechnet wurde und ein solides Fundament hat: Man hat eben nicht seiner Neigung nachgegeben.

Jürgen Stöber, Berlin-Spandau

Betrifft: Auslese an Gymnasien

Ob man es schön findet oder nicht: Kein gegliedertes Schulsystem kann ohne eine funktionierende Auslese auch nur ausreichende Ergebnisse liefern. Mit dem neu entwickelten Grundschulgutachten ist hierzu ein geeignetes Instrumentarium gegeben. Langfristiges Lernen wird gefördert und belohnt. Was aber sollen die Schülerinnen und Schüler mit guten Leistungen und hoher Lernbereitschaft denken, wenn dann doch nicht die Leistung über die Aufnahme am Gymnasium entscheidet?

Eine neue Aufnahmeregelung sollte leistungsbezogen sein und die Eigenständigkeit der Einzelschule fördern. Daher folgender Vorschlag:

Wenn die Grundschulgutachten erteilt sind, bewirbt sich jeder Schüler mit seinem Gutachten bei dem Gymnasium seiner Wahl. Jedes Gymnasium nimmt nach Maßgabe freier Plätze zuerst die Schüler mit einer Empfehlung fürs Gymnasium auf. Gibt es für ein Gymnasium mehr Empfehlungen als Plätze, so wählt die Schule nach einem selbst entwickelten Verfahren aus. Freie Plätze werden dem Bezirk gemeldet. Den Schülern, die nicht berücksichtigt werden konnten, wird vom Bezirk eine Alternativschule vorgeschlagen. Wenn alle gymnasialempfohlenen Schüler einen Platz im Bezirk erhalten haben, kommen die anderen Schüler zum Zuge.

Helmut Kleebank, Berlin-Spandau

Lernmittelfreiheit

Betrifft: „Sarrazins Giftliste“ vom 27. August 2002

Die Lehr- und Lernmittelfreiheit an Schulen ist unpädagogisch und sollte kein Tabu sein. Was nichts kostet, taugt nichts, ist offensichtlich die Ansicht vieler Schüler. Wer gesehen hat, wie Schüler mit ihren Büchern, vor allem mit teuren Atlanten, umgehen, fragt sich, warum hier nicht strengere Maßstäbe angelegt werden. Warum wird von Eltern, deren Einkommen es gestattet, nicht ein Teil der Kosten übernommen? Jetzt überleben die Bücher kaum das Schuljahr, dann ist der Staat erneut gefordert.

Elisabeth Golz, Berlin-Grunewald

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